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Bericht · marine life

Der Sardine Run: Südafrikas größtes Unterwasserspektakel

March 21, 2026 2 min read

Der Sardine Run: Südafrikas größtes Unterwasserspektakel

Jedes Jahr, zwischen Ende Mai und Juli, geschieht etwas Außergewöhnliches entlang der Wild Coast und der KwaZulu-Natal-Küste Südafrikas. Milliarden von Sardinen (Sardinops sagax) ziehen in einer Kolonne nach Norden, die bis zu 15 km lang, 3,5 km breit und 40 Meter tief sein kann — ein Köderball von solchem Ausmaß, dass er zuverlässig aus dem Weltall sichtbar ist und auf den Sonargeräten von Fischerbooten als sich bewegende Wand aus Biomasse erscheint.

Über Wasser: Kaptölpel aus Kolonien bis hin zu Bird Island versammeln sich zu Tausenden und stürzen sich mit 90 km/h in präzisen vertikalen Sturzflügen auf die Sardinen, in Tiefen, in denen der Tölpel seine Flügel zum Schwimmen einsetzen muss. Gewöhnliche Delfine — manchmal in Schulen von Tausenden — koordinieren sich, um die Köderbälle zur Oberfläche zu treiben, in rotierenden Gruppen mit einer Strategie, die auf Kommunikation und Aufgabenverteilung hindeutet. Buckelwale treiben die Schwärme mit ihrem Körper zu engen Bällen zusammen, bevor sie mit weit aufgerissenem Maul hindurchstürmen.

Unter Wasser: Die Erfahrung ist chaotisch, elektrisierend und mit nichts anderem im Tauchsport vergleichbar.

Die Dynamik des Köderballs

Wenn es Delfinen oder Tölpeln gelingt, einen Abschnitt des Sardinenschwarms zu einer dichten Kugel zusammenzudrücken — einem Köderball —, entsteht eines der dramatischsten Mikro-Ereignisse des Ozeans. Die Sardinen drängen sich unter dem Angriff dichter zusammen, was sie paradoxerweise leichter angreifbar macht. Haie schießen von unten hindurch. Tölpel schlagen von oben in bis zu 7 Metern Tiefe ein. Delfine treiben von den Seiten. Der Köderball zerfällt und formt sich in Sekunden neu, glitzernd im Oberflächenlicht.

Für Taucher heißt die Erfahrung: mitten hinein. Die Sicht ist extrem variabel — 1–5 Meter innerhalb eines Köderballs, besser außerhalb. Die Tiere sind auf die Fische konzentriert, nicht auf dich. Ein Bronzehai, der in Armlänge vorbeizieht, interessiert sich nicht für den Taucher; das Ziel ist die Sardine drei Zentimeter vor seiner Maske.

Logistik

Der Sardine Run ist kein planbares Ereignis. Wann der Schwarm an einem bestimmten Küstenpunkt eintrifft, hängt von Meerestemperatur, Strömung und Wetter ab — alles variabel. Wild Coast (Eastern Cape) und KwaZulu-Natal sind die beiden abzudeckenden Zonen. Tauchanbieter in Orten wie Port St Johns, Coffee Bay, Scottburgh und Umkomaas schicken während der Saison täglich Erkundungsboote raus.

Der praktische Ansatz: Quartier an der Wild Coast oder der KZN-Küste von Mitte Juni bis Mitte Juli buchen und bereit sein, kurzfristig umzuziehen, sobald der Schwarm lokalisiert ist. Charterflüge und Helikoptertransfers zwischen den Orten sind für Gruppen verfügbar.

Beste Saison

Mitte Mai bis Mitte Juli ist das Zeitfenster, mit Juni typischerweise als Höhepunkt. Die Wassertemperatur vor dem Eastern Cape muss unter 20 °C fallen, um die Wanderung auszulösen — der Schwarm folgt der kühlen Küstenströmung nach Norden. In warmen Jahren ist der Run kleiner oder findet gar nicht statt; in kalten Jahren ist der Schwarm gigantisch.

Was du mitbringen solltest

  • 7 mm Neoprenanzug oder dicker — die Wassertemperatur in der Run-Zone liegt bei 14–18 °C
  • Ein Schnorchel für die Köderbälle (flach, schnell beweglich; Tauchflaschen sind unpraktisch)
  • Ein Weitwinkelobjektiv für die ganze Szene; Fisheye für die Geometrie des Köderballs
— Ende des Berichts —
Langsam auftauchen.
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